Die Geschichte des Karolinen-Gymnasiums

Die Karolinenschule in Frankenthal – erste staatliche Schule für höhere Mädchenbildung in deutschen Landen

In den Nachwehen der französischen Revolution während der französischen Besatzungszeit musste das Carolinen-Institut 1799 schließen und erst 18 Jahre später – 1817, nachdem Napoleon besiegt und die linksrheinische Pfalz an Bayern gefallen war -, wurde die Wiedererrichtung der Schule im Rat der Stadt Frankenthal diskutiert. Im September 1818 konnte die Schule unter der Leitung von Frau Amalie Fränzl Wittwe André und versehen mit einem Patenbrief von Königin Karoline, der Gattin des bayerischen Königs Max Joseph, als Karolinen-Schule neu gegründet werden. Ab 1863 wird die Schule als Carolinen-Institut weitergeführt, um die Besonderheit einer Schule mit Pensionat hervorzuheben.

Herr Beißwenger und Frau Langhans-Glatt haben über die Landeszentrale für politische Bildung einen gut lesbaren Überblick zur besonderen Geschichte unserer Schule veröffentlich.

Download: Informationsbroschüre zur Geschichte unserer Schule

Überblick über die Geschichte unserer Schule

Im Jahre 1780 gründete die aus Neuchâtel in der Schweiz stammende Louise L’Ecuyer das „Philanthropin für protestantische junge Frauenzimmer“ als Bildungsanstalt mit Internat in Frankenthal. Die Stadt Frankenthal stellte ihr dafür ein Haus in der Großen Färbergasse (heute Karolinenstraße) unentgeltlich zur Verfügung.

Die Gründung der Schule muss als sehr fortschrittlich angesehen werden, da höhere Bildung im 18. Jahrhundert für Mädchen eher unüblich war und der Unterricht darüber hinaus den reformpädagogischen Grundsätzen des Philanthropismus im Sinne der Aufklärung folgte. Dazu zählte beispielsweise, dass selbstständiges Denken und religiöse Toleranz gefördert wurden. Entsprechend wurden bereits 1786 auch katholische Mädchen aufgenommen.

Im Jahr 1782 wurde die Schule vom pfälzischen Kurfürsten Karl Theodor unter dem Namen „Churfürstlich privilegiertes Philanthropin für protestantische junge Frauenzimmer“ als staatliche Anstalt anerkannt und kann daher, wie die Heimatforscherin Anna Maus es formuliert hat „als älteste höhere Mädchenschule Deutschlands in öffentlicher Hand“ bezeichnet werden.

In den Nachwehen der französischen Revolution während der französischen Besatzungszeit musste das Institut 1799 schließen und erst 18 Jahre später – 1817, nachdem Napoleon besiegt und die linksrheinische Pfalz an Bayern gefallen war -, wurde die Wiedererrichtung der Schule im Rat der Stadt Frankenthal diskutiert. Im September 1818 konnte die Schule unter der Leitung von Frau Amalie Fränzl Wittwe André und versehen mit einem Patenbrief von Königin Karoline, der Gattin des bayerischen Königs Max Joseph, als Karolinen-Schule neu gegründet werden. Ab 1863 wird die Schule als Carolinen-Institut weitergeführt, um die Besonderheit einer Schule mit Pensionat hervorzuheben.

1883 wurde ein Neubau in der Karolinenstraße mit einer Figurennische für die Karolinenstatue eingeweiht. Die ehemalige Schülerin Amalie Foltz hatte den Frankenthaler Künstler Philipp Perron mit der Schaffung dieser Statue beauftragt, beendet und aufgestellt wurde das Kunstwerk jedoch erst 1887.

1907 übernahm die Stadt Frankenthal die Verwaltung des Instituts, ab 1911 als „Städtische Höhere Töchterschule“, ab 1917 wieder als Karolinen-Schule.

Während des zweiten Weltkrieges wurde das Schulgebäude 1943 bei einem Luftangriff zerstört. 1957 konnte der heutige Neubau am Röntgenplatz bezogen werden. Zwischenzeitlich war die Karolinenschule ab 1950 als neusprachliches Progymnasium (bis zur mittleren Reife) geführt worden; ab 1968 wurde es zum Gymnasium (bis zum Abitur) ausgebaut. Seit 1971 besuchen Jungen und Mädchen das Gymnasium.

In den 70-er und 80-er Jahren wurde die Schule durch mehrere Neubauten erweitert und im Jahre 1998 fand die Karolinenstatue wieder ihren Platz im Eingangsbereich des Gymnasiums.

1999 wurde der Schwerpunkt Fremdsprachen durch die Einrichtung eines bilingualen Zweiges der Fachschaft Englisch verstärkt, gefolgt vom Ausbau des Schulprogramms durch einen Schwerpunkt Mathematik / Informatik im Jahr 2000.

Seit dem Schuljahr 2013/14 ist das Karolinen-Gymnasium Ganztagsschule.

Petra Simmert

Königin Karoline von Bayern
Karolinen-Institut vor dem Umbau 1882
Patenbrief der Königin Karoline
Die Karolinenstatue nach der Verbombung 1943