Korkeichen und Salzsümpfe: Erasmusfahrt nach Andalusien
Wie wirkt sich der Klimawandel auf eine der südlichsten Regionen Europas aus? Was können wir für die Region in der wir leben daraus lernen? Welche Pflanzen wachsen in beiden Regionen und welche könnten künftig bei uns gut gedeihen?
Diese Fragen und mehr stellten sich Anfang Juni 18 Schülerinnen und Schüler der 8.-12. Jahrgangsstufe für eine Woche gemeinsam mit Lernenden der Partnerschule IES Estuaria in Huelva, Südspanien. Mit Hilfe digitaler Medien wurden in Parks und im Hinterland Pflanzen bestimmt und bewertet, sowie in den einzigartigen Salzsümpfen Huelvas zu Fuß und vom Wasser aus Vögel bestimmt. So hat neben Flamingos und Löfflern auch eine beachtliche Anzahl an den sonst eher seltenen Weißbart-Seeschwalben dort ein Zuhause gefunden. Ein Gewinner des Klimawandels. Bei der Pflanzenwelt war überraschend, dass viele Pflanzen, die in Huelva wachsen, auch in unseren heimischen Gärten zu finden sind. Exemplarisch für die Auswirkungen des Klimawandels wurde als Schwerpunkt die Korkeiche betrachtet, die durch abnehmenden Niederschlag inzwischen fast nur noch im Gebirge zu finden ist und ansonsten vermehrt mit dem Eichenprachtkäfer zu kämpfen hat. Bei einer Wanderung in der Sierra de Huelva konnten anschließend sehr alte Exemplare der Korkeichen beobachtet werden, die auch immer noch regelmäßig geschält werden, um daraus Korken z.B. für den Pfälzer Wein herzustellen.
Als besonders hitzeresistent und dennoch frostverträglich stellte sich die Stieleiche heraus, die deshalb demnächst auch auf unserem Schulgelände gepflanzt werden soll.
Ein weiteres Highlight war die Fahrt zu den Minen des Rio Tinto, dem roten Fluss. Dort werden seit 5000 Jahren Erze abgebaut, die den dortigen Fluss blutrot färben. Er ist so sauer, dass darin nur Lebewesen existieren, die es sonst nirgendwo auf der Welt gibt, weshalb die Gegend besonders interessant für die NASA ist, die dort ihre Ausrüstung für Mars-Missionen testet.
In der Partnerschule bekamen die Schülerinnen und Schüler zusätzlich einen Einblick in den spanischen Schulbetrieb. Besonders das Fach Technik fanden sie spannend, in dem unter anderem ein Solarauto gebaut worden war, dass die Schüler Probe fahren durften.
Die spanischen Schüler zeigten uns bei einer selbst geplanten Stadtführung ihr Huelva, wobei nicht nur Kirchen gezeigt wurden, sondern auch der beste Burger-Stand gezeigt wurde. Neben Wissenswertem zur lokalen Fußballmanschaft und Kolumbus, der von Sevilla aus in die neue Welt segelte und dessen Boote als Nachbau auch besichtigt wurden, gab es einen Abstecher auf den Markt, wo vor allem die Fischstände für Begeisterung sorgten. Zum Abschluss gab es für alle eine Portion Churros, die in Andalusien ein übliches Frühstück sind.
Auch die Kultur Andalusiens kam nicht zu kurz: so konnten wir eine Fronleichnams-Prozession bewundern und am letzten Tag in Sevilla maurische Bauwerke und Flamenco-Tänzerinnen bestaunen.
Nach 8 Tagen ging es voller neuer Eindrücke müde, aber glücklich zurück nach Deutschland.
Organisiert und begleitet wurde diese Exkursion von Frau Dr. Weißmann und Herrn Wieding.






























